SfK e.V. im Kundenmagazin der EnBW AG
Wie kann ich anderen helfen?
Die „Studenteninitiative für Kinder e. V.“ aus Mannheim gibt Kindern in Kinderheimen kostenlos Nachhilfe. Gegründet wurde der unlängst mit einem Bundespreis gekrönte Verein von Sinisa Toroman. Wir sprachen mit ihm.
ImageHerr Toroman, wie kamen Sie auf die Idee, die Studenteninitiative ins Leben zu rufen?
Meine Mutter hat früher in einem Mannheimer Kinderheim gearbeitet, das dann aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden musste. Aus den Medien habe ich später erfahren, dass die Kinder keine adäquate Nachhilfe mehr finanziert bekommen wegen der knappen kommunalen Kassen. Ich habe deshalb in einem Kinderheim mit Nachhilfeunterricht angefangen und den enormen Bedarf gesehen. So kam es schließlich zur Vereinsgründung.

Wo haben Sie Helfer gefunden?
Zunächst habe ich in meinem Freundeskreis, bei Kommilitonen und im weiteren Umfeld nach Mitstreitern gesucht. Dann bin ich in die Vorlesungen an der Uni und habe dort die Initiative vorgestellt. Danach sind die Medien aufgesprungen und haben über uns berichtet. Wir haben Rekrutierungsparties organisiert, was uns auch viele neue Mitglieder beschert hat.


Wie viele Helfer haben Sie heute?

Am 10. Januar 2005 habe ich angefangen. Heute haben wir 250 Mitglieder, über 200 davon sind Helfer. Das ist ein echtes Wunder. Wir unterrichten über 200 Kinder in Kinderheimen. Minimum für die Helfer ist: Eine Stunde pro Woche Nachhilfe für ein Kind. Außerdem gilt die Regel, dass der Unterricht im Kinderheim stattfinden muss.
Ein aufgklapptes Federmäppchen.



Welche Fächer sind am meisten gefragt?
Wir können alle Fächer in allen Schularten anbieten. Mediziner, Juristen, Historiker, Biologen und Lehrer arbeiten mit. Meist macht den Kindern Mathe die meisten Probleme, aber auch Deutsch ist oft gefragt. Ist der Nachhilfeunterricht erfolgreich? Vor kurzem haben uns einige Jugendämter bestätigt, dass 80 Prozent der Kinder, denen wir Nachhilfe geben, dann bessere Leistungen bringen. Es passt gut, dass wir Studenten selbst in der Ausbildung sind. Beide müssen viel lernen – das motiviert die Kinder zusätzlich.


Wie geht es weiter mit der Studenteninitiative?
Wir bauen die Initiative immer weiter aus. Die Nachfrage ist riesig. Jetzt haben wir in Verhandlungen – etwa mit der Universität Heidelberg – erreicht, dass unsere Helfer für den Nachhilfeunterricht von der Universität Punkte bekommen und sich dadurch manche kleinere Prüfung an der Uni sparen können. Das Medieninteresse wächst. Sponsoren unterstützen uns tatkräftig – die EnBW mit Rat, Tat und Geld.

Wie gründe ich eine Initiative?

  •  Am Anfang steht eine zündende Idee.
  • Mithelfer suchen Sie zunächst am besten im Bekanntenkreis.
  • Mund-zu-Mund-Propaganda ist die beste Werbung.
  • Ein Infostand in der Fußgängerzone kann ein erster Schritt an die Öffentlichkeit sein.
  • Die lokalen Zeitungen und Radiosender berichten gerne über neue Initiativen. Damit steigt der Bekanntheitsgrad und die Mitgliederzahl.
  • Eine eigene Homepage erleichtert die Kontaktaufnahme.
  • Um Spenden zu bekommen, empfiehlt sich die Gründung eines gemeinnützigen Vereins.

 Weitere Informationen: www.enbw.de >>